Schnee satt

Frühling – das ist jene Zeit, in der alles ein wenig leichter, ein wenig beschwingter abläuft. Das kann man zurzeit gut beobachten, denn der Schnee fällt nicht einfach nur vom Himmel, nein er tanzt herab. Frühlingsgefühle bedeuten kindliche Freude im Dunstkreis des Gefrierpunktes ob der Tatsache, dass die Schneedecke nächtens lediglich um drei Zentimeter angewachsen ist. Mit Glühwein möchte man auf den Frühling anstoßen und laut rufen »Willkommen lustg´er Gesell«, könnten die klammen Finger in den dicken Handschuhen denn den Becher umfassen. Auch bleiben die Lippen besser verschlossen, nicht alleine der lauen Temperaturen wegen, die Wald und Flur vereisen lassen, sondern weil ansonsten sich vielleicht mit brachialer Gewalt eine tiefsitzende Frage lauthals den Weg bahnt, und man unvermittelt »Heast, bist deppat Oida?« dem Lenz entgegenschreit.
Ein Verhalten, angetan für Irritation beim nebenstehnden Mitmenschen zu sorgen.

So bleibt dann für diesen März 2013 das stille Leiden an der Haltestelle, in stummer Solidarität vereint mit all den dick vermummten Wartenden, die Trost finden in der verlässlichen Verspätung der Straßenbahn.

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