Fluffy says

– ICH HABE DIR WAS GEKAUFT

Fluffy, mein innerer Schweinehund und Muse im zweiten Bildungsweg, stapft mit schweren Schritten ins Zimmer und wirft mir ein kleines Päckchen auf den Schreibtisch.
„Oh vielen Dank. Aber was genau heißt gekauft? Innere Schweinehunde haben kein Geld, soweit ich weiß?“

– ALS DEINE MUSE SCHAUE ICH DIR ÜBER DIE SCHULTER. ICH KENNE DEINE KREDITKARTENNUMMER

„Hör mal Du kannst doch nicht einfach mit meiner Karte shoppen gehen …“

– MACH AUF!

Innerlich gerührt, von Fluffy auch mal etwas anderes als harsche Befehle zu bekommen, öffne ich das Päckchen und finde eine kleine blaue Schachtel.
„Der Geschichten-Erfinder! Ich hab´ schon ewig überlegt, ob ich mir den anschaffen soll …“

– ICH WEISS

„… seit ich mal auf Hanna Mandrellos Seite darauf gestoßen bin. Die hatte einen tollen Blog, kann gut schreiben, und hatte immer wieder Tipps für Schreiberlinge. Schade, dass sie den Blog aufgegeben hat …“

– RASEND PRODUKTIV AUF DEINEM BLOG WARST DU ABER AUCH NICHT

Ich verkneife es mir, Fluffy zu beglückwünschen, dass er dann ja zumindest als innerer Schweinehund seine Arbeit gut gemacht hat, und ziehe lediglich eine Augenbraue hoch.

„… Vic hat sich den Geschichten-Erfinder ja auch angeschafft, nachdem sie dort daüber gelesen hat. Und die hat auch gute Geschichten auf ihrer Seite. Ich glaube, ich bin auch ein Lemming.“

– BIST DU. UND DU LIEST ZU VIELE ANDERE BLOGS ANSTATT BEI DEINEM MAL WEITERZUMACHEN

„Ach ja? Könnte das an meinem inneren Schweinehund liegen, wenn ich mich in den Weiten des Netzes verliere?“




– SCHWAMM DRÜBER

„Also mal sehen, der Geschichten-Erfinder. Ein Kartenspiel, das hilft, Geschichten zu basteln.“ An dieser Stelle gestatte ich mir einen bedeutungsvollen Seitenblick auf Fluffy.
„Es gibt vier Kategorien von Karten. Setting, Protagonist, Plot und Special. Von jedem Stapel eine ziehen, beim Protagonisten vielleicht auch zwei, und es darf fabuliert werden …“

– ICH ZIEH´ DIE KARTEN

„Ja natürlich, dafür hast du ja den Abendkurs gemacht.“

– SEHR WITZIG

„Okay, lass sehen …

Setting – In einer Lagerhalle
Protagonisten – ein überarbeiteter Redakteur und ein Physiker mit zwei Katzen
Plot – eine Revolution scheitert
Special – Schuhe passen plötzlich nicht mehr

Hm, was soll denn das werden? Wie wär´s mit noch ein bisschen Inspiration, Fluffy?“

– VON MIR SIND DIE KARTEN. DU MACHST WAS DRAUS

„Gut, dann schreib ich mal was …“

Nun ist es Fluffy, der eine Augenbraue hebt.

– HA. DA BIN ICH GESPANNT

Wie die Zeit vergeht

… ist schwer zu beschreiben. Wörtlich gemeint.

Wie bringe ich dem Leser einen Zeitsprung näher? Kurz und prägnant Neun Monate später, oder etwas verspielter Jahre vergingen, eins folgte auf das andere und

Regisseure haben es etwas einfacher. Neben der simplen Einblendung Neun Monate später, gibt es zum Beispiel den bekannten Zeitraffer. Kahle Bäume, die sekundenschnell erblühen, bald in vollem Laub stehen, um wieder die Blätter zu verlieren etwa. Beliebt auch die über den Himmel rasende Sonne. Nicht nur das Vergehen von Zeit wird deutlich, auch Stimmung kann auf diese Weise gut vermittelt werden, meist mit freundlicher Unterstützung der Filmmusik.

Auch Worte lassen einen Film ablaufen, das habe ich unlängst wieder bemerkt, als ich Die Murdstone Trilogie von Mal Peet las.

Zeit verging, Tage, die keine Spuren hinterließen.
Dann, eines Morgens, oder Nachmittags, hob Philip den Blick vom Taj Mahal und stellte fest, dass das kleine Fenster seines Arbeitszimmers ebenfalls hübsch blau war. Er ging nach unten und öffnete die Tür einer neuen Jahreszeit. Der graue alte Schädel der Welt war hellgrün besprüht worden, und zahlreiche Vögel sprachen darüber.

Mal Peet, Die Murdstone Trilogie

 

Es handelt sich hierbei übrigens um keine Trilogie, der Titel bezieht sich auf den Protagonisten des Romans Philip Murdstone, Schriftsteller und überzeugter Autor anspruchsvoller Literatur, dem seine Agentin rät, doch so eine Fantasy-Trilogie zu schreiben. Dann wären Geldprobleme Geschichte. Was folgt ist skurill, vielleicht ein wenig konfus hie und da und beinhaltet unter anderem einen in Trunkenheit abgeschlossenen Handel mit einem Kobold. Die Murdstone Trilogie entführt die Leser nicht (hauptsächlich) in ausgefeilte Fantasywelten, sondern zeigt humorig die Welt des Literatur-Geschäftes, wobei Mal Peet nicht mit Seitenhieben spart. Vergnügliche Unterhaltung, besonders empfehlenswert für alle, die sich der schreibenden Zunft zugehörig fühlen.

gut gebrauchte Jutetasche

Aus der Reihe »Krimzons persönliches Lexikon«

gut gebrauchte Jutetasche, die

meist freundschaftliche Bezeichnung für ursprünglich Männer mittleren oder höheren Alters alternativ zur offensiveren Bezeichnung alter Sack. Im Sinne der Gender-Gerechtigkeit anwendbar auf Menschen jeglichen Geschlechts.
Steigerunsform, drastischer in der Aussage, gut gebrauchte Jutetasche kurz vor der Kompostierung.

 

Dieser Eintrag im Lexikon wurde inspiriert durch Wortringer, welcher keinesfalls Ziel dieser Bezeichnung ist

Wenn das Licht ausgeht

Unlängst sah ich eine Folge der Serie Revolution. Die Prämisse der Geschichte in aller Kürze: Die Elektrizität kommt weltweit plötzlich zum Erliegen.
Die Episode war interessant genug, um sich bei Gelegenheit weiter mit der Serie zu befassen, doch von Revolution soll hier primär nicht die Rede sein.

Vor einigen Tagen fuhr ich wieder mit der U-Bahn, wie meistens in einem Buch versunken, einem Echten, aus Papier. Während der Fahrt blickte ich auf und sah mich von weiteren Lesenden umgeben. Einem Herrn mit einem Tablet, einem jungen Mann mit einem E-Reader und einer sehr jungen Dame, die mit einem Smartphone zugange war. Unterstellen wir einmal, das auch hier ein Buch gelesen wurde.
Drucktechnisch gesehen war ich also in der Minderheit, aber eingedenk der Serie Revolution kam mir der Gedanke: „Ich gewinne, wenn der Strom dauerhaft ausgeht – abgesehen davon, dass ich gerade in einer U-Bahn in einem Tunnel unter der Erde sitze.“

Mein Buch könnte ich auch ohne Elektrizität immer wieder verwenden, während E-Reader und Co über kurz oder lang eine Zukunft als Türstopper erwartete. Ich bin beileibe kein Gegner des E-Books. Ich gestehe, ich besitze und benutze mehr als einen E-Reader. Hitzig geführte Diskussionen, ob „echtes“ Buch oder digitales Werk besser sei, halte ich für sinnlos, beides hat seine Vorteile. Nicht zu leugnen ist allerdings – ohne Strom kein digitales Buch. Was mich zu der Frage führte, welche Bücher hätte ich gerne gedruckt, um sie immer wieder lesen zu können, wenn der Strom verschwindet?

Weiterlesen „Wenn das Licht ausgeht“

Schreibratgeber für Eilige

Ein Buch von Stephen King zur Hand zu nehmen, ist meist eine gute Idee. Der Mann versteht es wahrlich, Geschichten zu erzählen. Längst nicht mehr im Ruf des „Horrorautors“ verhaftet, tummelt er sich in so ziemlich jedem Genre mit Erfolg. (Wobei mir auf Anhieb allerdings kein Liebesroman einfallen will, aber ich kenne auch längst nicht jedes seiner Werke) Selbst über das Schreiben hat King geschrieben.

Das Leben und das Schreiben, so der deutsche Titel dieses Buches. Sehr empfehlenswert für alle angehenden Autoren und jene, die ein bisschen mehr über Stephen King erfahren wollen. Locker erzählt erfährt der Leser, wie es denn bei King war mit der Faszination Schreiben, was für ihn gepasst und schlussendlich zum Erfolg geführt hat, und was denn so im Werkzaugkasten des Schriftstellers zu finden sein sollte. (mehr zu diesem Buch übrigens hier bei Wortringer)

Das Leben und das Schreiben ist nach Kings eigener Definition ein kurzes Buch. „Je kürzer das Buch, desto weniger Blödsinn steht drin“, verrät er seine Gedanken im Vorwort.
Er hat es noch kürzer geschafft.

In Der Anschlag lässt er Jake Epping, Protagonisten und Erzähler der Handlung, sagen:

In meinem Leben als Lehrer habe ich nachdrücklich die Idee der Einfachheit propagiert. Bei Sachbüchern wie bei Romanen gab es nur eine Frage und eine Antwort. Was ist geschehen? fragt der Leser. Dies ist geschehen, antwortet der Autor. Dies … und dies … und auch dies. Alles einfach ausdrücken. Das war der einzig sichere Weg zum Erfolg.

Stephen King, Der Anschlag

So einfach kann es also sein …

Zeitverwirrung

Letzten Mittwoch glaubte ich ständig, es sei noch Dienstag, diesen Dienstag hatte ich ständig das Gefühl, es sei bereits Mittwoch.
Der erste Satz der Thermophysik scheint zu stimmen …*

*laienhaft ausgedrückt: in einem geschlossenem System kann Energie weder verloren gehen, noch hinzugefügt werden**

** und ja, es war sehr heiß die letzten Tage …

Blurb und wie ihn die Welt sieht

Blurp stammt aus dem Englischen und bezeichnet den Klappentext eines Buches. (Interessanterweise auch den Waschzettel und die Bauchbinde)

Der Klappentext eines Buches soll der werten Leserschaft kurz und prägnant das Werk des Autors näherbringen, anreißen, was ungefähr bei der Lektüre zu erwarten ist, damit Genreliebhabern (jeglichen Geschlechts) wohlige Schauer über den Rücken laufen, Genrefremde (ebenso) gar nicht anders können, als es auch einmal mit dem vorliegenden Roman zu versuchen. Zu viel verraten darf der Klappentext freilich auch nicht.
Nicht zu lange darf er sein, denn viele Bücher buhlen um die Gunst des Lesers und je schneller dieser am Haken hängt, desto geringer ist die Gefahr, dass dem nebenstehenden Buch der Vorzug gegeben wird je schneller das Interesse des Lesers geweckt ist, desto schneller kann er in den aufregenden Abenteuern zwischen den Seiten versinken. (Die gleichen Begierden bringt der Klappentext selbstredend auch den werten Leserinnen entgegen)

Kurzum: Der Klappentext ist gewissermaßen die eierlegende Wollmilchsau der Buchgestaltung und die Pest am wundgesessenen … Hosenboden … des Autors, wenn er ihn selbst verfassen muss. (Das gleiche Los ist ohne Zweifel auch den Autorinnen beschieden)

Wortringer biegt nun auf die Zielgerade seines Buchprojektes ein und ringt aktuell mit seinem Klappentext. Das verrät er uns auf seinem Blog und präsentiert gleich vier Blurbs – und bittet hier um Kommentare der werten Leserschaft.

Wem es noch nicht spannend genug ist, live und aktiv bei der Entstehung eines Buches dabei zu sein, sollte dennoch rüberschauen. Denn dort finden wir auch die Erklärung, was Dampfpülcher-Abenteuer eigentlich sind.
Eine sehr charmante Sache nämlich – also los, klick

 

Star Wars Episode VII – Erfolg vom Reißbrett

Folgt man der Meinung der Schreibdilettanten, ist es für Schriftsteller, MGAs und Wortringer immer eine gute Idee, ein Auge auf Star Wars zu haben. Zeigt doch Krieg der Sterne wie kein anderer Film das Prinzip der Heldenreise (Kurzfassung: Ein Niemand wächst, trotz anscheinenden Versagens über sich hinaus und beseitigt die ultimative Bedrohung), wie Axel und Marcus nicht müde werden, zu betonen. Nicht, dass es den zusätzlichen Anreiz bräuchte, mich für den neuen Star-Wars-Film zu interessieren, aber es bietet mir einen guten Einstieg für diesen Beitrag – und eine gute Gelegenheit mal auf die Verdienste der beiden für die oben angesprochene Zunft hinzuweisen. Der Besuch ihrer Seiten lohnt in jedem Falle, lehreich und witzig halten sie Tipps und Tricks aus dem Autorenalltag bereit – in Schrift, Ton und Bild.

Aber zurück zu den Sternen.

Heldenreise und überraschende Wendungen im Weltraum machen den Erfolg der ersten drei Teile des Krieg der Sterne, mittlerweile ja Star Wars Episode IV – VI genannt, aus und haben Klein-Krimzon seinerzeit mit roten Backen und großen Augen in den Kinositz gebannt. Das Beste, was die Tricktechnik damals zu bieten hatte, formte in beeindruckenden Bildern eine Geschichte, dazu angetan, mit zu fiebern, zu hoffen, leiden und jubeln – und das in jeder einzelnen Episode.
Weiterlesen „Star Wars Episode VII – Erfolg vom Reißbrett“